6 Gründe, warum Menschen die Opferhaltung wählen

 

Das bewusste oder unbewusste Einnehmen der Opferrolle und das ständige „Schuld von sich weisen“ können verschiedene, individuelle Ursachen haben. Denn jeder Mensch hat eine ihn prägende Vorgeschichte (Erlebnisse, Erziehung etc.), aus der oft eingefahrene Glaubenssätze, Denk- und Verhaltensmuster resultieren.

 

Im Folgenden 6 mögliche Gründe für das Einnehmen der Opferrolle, wobei diese teils auch ineinandergreifen und in Kombination auftreten können:

 

Grund 1: Schlicht und einfach: Bequemlichkeit

Wer stets andere beschuldigt und Ausreden parat hat, ist folglich auch nie selbst verantwortlich für seine missliche Lage. Und wenn man nicht selbst schuld ist, lässt sich in der eigenen Wahrnehmung auch nichts zu einer Besserung beitragen, man muss nicht handeln.

 

Bevor diese Personen aktiv werden, bleiben sie lieber in der bequemen, passiven Opferhaltung. Denn es ist wesentlich einfacher, zu jammern, Ausreden zu formulieren und in Selbstmitleid zu zerfließen, als aktiv zu werden und sich anzustrengen.

 

Grund 2: Aufmerksamkeit und Mitleid erhaschen: „Ich bin so arm …!“

Ein weiterer möglicher Grund: „Unschuldslämmer“ erhoffen sich Mitleid und Trost durch die Opferrolle, denn das ist auch eine Form von Aufmerksamkeit, die ihnen dadurch zuteil wird.

 

Gut gemeinte Ratschläge und Tipps interessieren sie nicht. Diese werden ignoriert oder nur alibimäßig kurz umgesetzt. Denn letztlich wollen sie an ihrer Opferrolle nichts ändern, sondern nur Mitleid oder Aufmerksamkeit.

 

Sie fühlen sich von Ratgebern sogar bevormundet und unverstanden. Deshalb wenden sie sich lieber an Personen, die sie in ihrem Lamento bestärken und in das Klagelied einstimmen.

 

Grund 3: „Ich bin besser als die anderen!“

Insbesondere Menschen, die ständig anderen die Schuld geben und Sündenböcke suchen, wollen sich dadurch oft in eine moralisch überlegene Position hieven: „Schuld sind die anderen, deshalb bin ich besser als sie!“

 

Grund 4: Geringes Selbstbewusstsein

In der Regel sind es nicht die selbstsicheren Menschen, die sich als vermeintliches Opfer präsentieren. Mangelt es hingegen an Selbstwertgefühl, an Selbstbewusstsein, kann das Einnehmen der Opferrolle auch von dem Verlangen nach Bestätigung und Anerkennung herrühren.

 

Grund 5: Negative Gefühle werden auf andere projiziert

Negative Gefühle können beispielsweise Frust, Ärger, Wut und Enttäuschung sein. Diese Emotionen werden dann gezielt an bestimmten Personen (z. B. Partner, Partnerin) ausgelassen, indem diesen die Schuld gegeben wird – d. h., das eigene Unvermögen und die damit verbundene Unzufriedenheit werden auf andere projiziert, nur nicht Eigenverantwortung übernehmen: „Ein Schuldiger muss her. Dann geht es mir besser.“

 

Grund 6: Selbstverantwortung und Selbstständigkeit nie gelernt

Dann gibt es noch Personen, die überbehütet aufgewachsen sind, denen bereits in der Kindheit alles abgenommen wurde, was mit Anstrengung verbunden war, und deren Bequemlichkeit unterstützt oder zumindest nicht unterbunden wurde. Diese Menschen werden als Erwachsene eher Schwierigkeiten haben, mit widrigen Umständen alleine fertigzuwerden.

 

Und wenn sie von klein auf erfahren haben, dass alle in ihrem unmittelbaren Umfeld Rücksicht auf sie nehmen und das irgendwann nicht mehr der Fall ist, fühlen sie sich plötzlich benachteiligt. Diese Menschen tendieren dann dazu, ihr Weiterkommen von anderen abhängig zu machen, weil sie nicht gelernt haben, selbstständig zu agieren.

 

Nachzulesen http://www.zeitblueten.com/news/opferrolle/