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LIEBE BEATRIX VON STORCH

 

Christian Brandes March 30, 2016 What The FuckLeave a Comment

 

Keine Angst, ich will gar nicht über Flüchtlinge oder Fremdenfeindlichkeit reden, sondern über Sie, liebe Beatrix. Ich will Ihnen mal was zeigen, schauen Sie mal:

 

 

 

 

Lesen Sie mir zu liebe mal ihre Timeline rückwärts, da muss ihnen doch was auffallen. Soll ich’s sagen? Sie stecken in der Facebook-Falle. Sie wollten Politikerin sein und sind Social Media Junkie geworden. Irgendwann ging’s los: “Geil, der Status geht ja ab wie Sau!”. Der nächste Status kackt total ab: “Fuck, nicht mal die 100 Likes geknackt.” Enttäuschung, Frust, Entzug. Dann springen Sie der Frauke beim Schießbefehl zur Seite “Woooooohaaaa, i’m breaking the internet! Tagesschau! Guardian! War der Hofreiter schon mal im Guardian?”.

 

Danach kommen ein paar Status-Updates, die Sie rückblickend besser nicht geschrieben hätten. Zu belanglos, zu wattig, die Leute wollen Schießbefehl. Das war Ihr größter Hit, liebe Beatrix, aber es will kein zweiter gelingen. Da waren ein paar billige Abklatsche von Schießbefehl mit dabei, die fanden Sie selbst ein bisschen plump. Schießbefehl ist Ihr “Take on Me”, doch nach “Take on Me”, zu dem sie bei den Verbindungsfeiern immer so gern getanzt haben, ging’s für A-ha bergab. Daran müssen Sie jetzt immer häufiger denken.

 

Die Facebook-Insights lügen nicht: Seit Wochen erreichen sie nie mehr den Reach der jeweiligen Vorwoche, der Trend zeigt gen Süden. Und immer wieder die Kommentare: “Ey Beatrix, Schießbefehl war der Hammer, aber die neuen Sachen, na ja, die sind halt OK.” Sie würden gern drüber stehen, aber DIESER VERKACKTE ALGORITHMUS! DA ZÄHLT FACEBOOK DOCH IRGENDWAS FALSCH!!! Das Smartphone wird jetzt immer häufiger gecheckt, die Laune ist beständig beschissen.

 

Sie beschließen also, in höherer Taktzahl zu posten. Dann kommt man wenigstens in Summe auf die Likes, die Schießbefehl auf einen Schlag einbrachte. Das kommt sogar rechnerisch irgendwie hin, aber das Gefühl bleibt aus. Dieses Gefühl, als würde man schweben. Es ist jetzt schon sehr lange her und sie merken gar nicht, dass Sie gerade erst Satirikern das Handwerk legen lassen wollten, um keine zwei Wochen später für Presse und Meinungsfreiheit einzustehen. Ja, natürlich verstehe ich das. Das waren beides jeweils geile Gelegenheiten, Erdogan war sogar ganz oben in den Twitter Trends.

 

Ich habe eine Frage an Sie und fänd’s schön, wenn Sie mir darauf antworten könnten, allein schon, weil ich Ihnen nicht mit der alten Menschlichkeits-Leier gekommen bin: Sind Sie Scheiße? Gibt es in ihrem Körper kein Gramm Haltung? Glauben Sie wirklich, die Probleme unserer Zeit würden von jemandem gelöst, der sich wie eine 14jährige Instagram-Pissnelke aufführt?

 

Freue mich auf eine rasche Antwort,

 

Ihr Christian Brandes