Putin gratuliert zum Internationalen Frauentag

 

 

und macht die russischen Frauen rechtlos.

 

Schlägt er mich – so liebt er mich

Nach einer Gesetzesänderung wird häusliche Gewalt in Russland weniger hart bestraft als zuvor. Doch das eigentliche Problem ist, dass Gewalt als unspektakulär gilt.

Von Anastasia Arinushkina

 

Häusliche Gewalt ist in Russland ein Riesenproblem, aber kaum jemand regt sich darüber auf. Um diesen Text zu schreiben, habe ich mit meinen Eltern gesprochen. Meine Mutter riet, über unsere Verwandte Olga zu schreiben, die von ihrem Mann regelmäßig und heftig verprügelt wird. "Er hat ihr Rippen, Kiefer und Nase gebrochen, aber sie hängt immer noch an ihrem Sergej", sagte meine Mutter ärgerlich. Mein Vater mischte sich ein: "Warum denn Sergej? Es war doch Oleg!"

 

Es gibt tatsächlich zwei Olgas in der Familie, die von ihren Männern verprügelt werden, mein Vater hat sie nur durcheinandergebracht. Die eine ist meine Cousine, ihr Mann ist Sergej, die andere ist meine Tante, ihr Mann ist Oleg. Außerdem habe ich in der Familie noch die Tanten Irina, Marina, Tatiana, Natalja und die Cousine Katja, denen es allen genauso geht wie den Olgas. Alle haben Kinder. Das Haupterziehungsmittel in ihren Familien ist der Gürtel. Sie sagen, er komme nur dann zum Einsatz, wenn es einen Grund dafür gebe. All das geschieht innerhalb einer einzigen Familie, die weder besser noch schlechter ist als viele andere Familien in Russland.

 

Von einer Straftat zur Ordnungswidrigkeit

Derzeit wird ein Gesetz verabschiedet, das häusliche Gewalt zu einer bloßen Ordnungswidrigkeit macht. In wenigen Tagen wird es in Kraft treten…

 

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https://www.zeit.de/politik/ausland/2017-02/haeusliche-gewalt-russland-straftat-gesetzaenderung