Sächsische Verhältnisse reloaded.

https://juergenkasek.wordpress.com/2018/12/20/saechsische-verhaeltnisse-reloaded/

                                                                                     

von Jürgen Kasek

 

Manchmal ist es mitunter viel zu leicht, das Geschehen in Sachsen zu kritisieren.

 

Der nächste Fall ist ein perfektes Beispiel, da er bekannte Klischees aneinanderreiht, aber er ist eben doch auch irgendwie charakteristisch.

 

Anfang 2016 werfen 2 Männer nach einer Pegida Demonstration Knallkörper auf eine Gruppe von Gegendemonstranten. Bei der Tat wird eine junge Frau durch ein Knalltrauma verletzt.

 

Für die Tat gibt es Zeugen und ein Video, das das Geschehen zeigt. Die Täter werden kurze Zeit danach festgenommen.

 

Einer der beiden Täter ist ein insgesamt 16-fach vorbestrafter Neonazi, der unter laufender Bewährung stand und der wenige Wochen vorher am rechtsextremen Überfall auf Connewitz beteiligt war.

 

Das genannte Video nehmen während der Ermittlungen weder Gericht noch Staatsanwaltschaft zur Kenntnis. Namen werden vertauscht, Zeugen zum Teil nicht befragt. Fast 3 Jahre später startet, obwohl sowohl Tat, Zeugen und Täter direkt nach dem Geschehen festgestellt wurden, die Verhandlung.

 

Erst nachdem im ersten Verfahren das Video angeschaut wurde, weist das Gericht darauf hin, dass auch eine Verurteilung wegen gemeinschaftlicher Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion in Betracht kommt, ein Verbrechenstatbestand. Das Verfahren wird daraufhin ausgesetzt und geht möglicherweise im März weiter.

 

Es sind die Klassiker, die unter dem Synonym sächsische Verhältnisse Eingang in die Geschichte gefunden haben: Pegida Demonstration, Neonazis, schlampige Ermittlungsbehörden, überlange Verfahrensdauer und ein sehr laxer Umgang mit vorbestraften Neonazis.

PS: Es passt dann auch irgendwie, dass der Präsident des sächsischen Landtags abermals das Hauptproblem bei Flüchtlingen sieht und damit die „Angst“ der Menschen rechtfertigt.

 

„Sachsen, Du… Lösch Dich!“ (als hier geborener hier lebender und arbeitender Mensch, nehme ich mir das Recht raus, das zu sagen. Sachsen Patriotismus und die Überbetonung des Sächsischen sind Teil des Problems, in allen Parteien