Mehrere hundert Demonstranten aus ganz Niederbayern, darunter auch Mandatsträger der SPD, Grünen und Linken, haben sich am Samstag vor der Landauer Stadthalle versammelt, um ein Gegengewicht zur drinnen statt findenden Veranstaltung mit AfD-Bundesvorsitzender Frauke Petry zu setzen. Keiner, am allerwenigsten die Gäste in der Halle, hätte allerdings gedacht, dass ausgerechnet eine Gruppe Jugendlicher der promovierten Chemikerin aus Sachsen unerwartet Paroli bieten würden.

 

Die Jugendlichen hatten vor Beginn der Veranstaltung kleine weiße Zettel mit kritischen Anmerkungen unter anderem zur Umwelt- und Ausländerpolitik der AfD verteilt. Petry forderte: "Wer den geschrieben hat, hat keine Ahnung von der AfD. Ich würde die Verteiler bitten, den Mumm zu haben, nach vorne zu kommen und zu erklären, wie sie auf die Vorwürfe kommen." Kurze Zeit tat sich nichts, dann stapfte ein Jugendlicher mit blondem Wuschelkopf und grauem T-Shirt beherzt nach vorne. Er ergriff das Mikro und stellte sich dem Kreuzfeuer von Frauke Petry. Für den 16-jährigen Moritz, Schüler am Landauer Gymnasium und nicht politisch organisiert, aber dennoch sehr besorgt über die Zuwächse der AfD, war es ein David gegen Goliath-Spiel: Der rhetorisch unerfahrene Schüler am Fuße der Bühne, die geschliffen redende Bundesvorsitzende, zu der er zwangsläufig aufschauen musste, auf der Bühne.

 

Unterstützung von Mitschülern

 

Doch Moritz war nicht allein. Nach und nach kamen fünf weitere junge Menschen nach vorne, um gemeinsam ihre Thesen zu verteidigen. Nach anfänglichem Zögern fielen sie der Politikerin beherzt ins Wort - und gaben schließlich das Mikro nicht mehr aus der Hand. Letztendlich musste die im Saal vertretene Security die Jugendlichen bitten, die Diskussion zu beenden und knöpften ihnen das Mikro ab.

 

Petry: Wirte verhindern durch Auftrittsverbote Demokratie

 

Petry setzte nach dem Intermezzo mit den Jugendlichen Landaus nicht auf Parolen, sondern war bemüht darzustellen, dass die AfD weder extremistisch noch extrem sei. "Das sind höchstens die Demonstranten und Wirte, die uns nicht hinein lassen in ihre Säle, denn diese verhindern, dass Demokratie geschehen kann." Petry sprach sich gegen den Euro, gegen die Abschaffung des Bargelds und dagegen aus, dass Entscheidungen nach Brüssel und Straßburg delegiert werden.