Westsibirisches Wirtschaftsforum auf Behördendruck abgesagt

 

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Lokale Behörden üben offenbar Druck auf die Betreiber des Veranstaltungsortes aus

 

Die 15. Auflage des jährlichen Westsibirischen Wirtschaftsforums „Sibirisches Davos“, das am kommenden Freitag und Samstag in der Republik Altai stattfinden sollte, musste von den Organisatoren abgesagt werden, nachdem offenbar lokale Behörden Druck auf die Betreiber des Veranstaltungsortes ausgeübt hatten. An der traditionsreichen Veranstaltung, die auf Initiative des ehemaligen Duma-Abgeordneten und liberalen Politikers Wladimir Ryschkow in Kooperation mit der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit stattfindet, nehmen Experten, Diplomaten und Journalisten aus Russland und der Europäischen Union teil. In diesem Jahr sind u.a. der EU-Botschafter in Moskau, Vygaudas Usackas, der stellvertretende Vorstandvorsitzende der Stiftung für die Freiheit Karl-Heinz Paqué, der 1. Gesandte der Deutschen Botschaft in Moskau, Hubert Knirsch, und der deutsche Generalkonsul aus Nowosibirsk sowie zahlreiche renommierte russische Experten angereist.

 

Zunächst wurde das ursprüngliche Konferenzhotel kurzfristig wegen angeblich eingefrorener Rohrleitungen abgesagt. Ein zweites Hotel, das zunächst zugesagt hatte, wurde von den Behörden unter Grippequarantäne gestellt. Dem Organisationsteam folgten auf seiner Suche nach einem alternativen Veranstaltungsort Fahrzeuge, deren Insassen auf die Betreiber der angefragten Hotels offenbar Druck ausübten, ihre zunächst gegebenen Zusagen zurückzunehmen. Schließlich musste die Konferenz abgesagt werden, da sich kein Veranstaltungsort finden ließ. Konferenz-Initiator Wladimir Ryschkow erklärte dazu: „Es ist einfach eine Schande. Wir bewegen uns in Richtung einer offenen Diktatur.“

 

Die Konferenz hat sich in den letzten 15 Jahren als wichtiges Forum der offenen Diskussion von Strategien der wirtschaftlichen Entwicklung in den russischen Regionen etabliert. Zugleich war sie stets ein Ort des konstruktiven Dialogs zwischen Russland und der Europäischen Union.

 

Unser stellvertretender Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Paqué erklärt vor Ort: "Es ist traurig und bestürzend, dass hier offenbar systematisch Dialog verhindert wird. Der ist doch gerade in diesen Zeiten besonders wichtig! Die Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit wird sich nicht entmutigen lassen alles zu tun, um den Dialog fortzusetzen."