Russisches Netzwerk VK

Das posten Berliner und Brandenburger im asozialen Hetz-Werk

 

von Franziska Klemenz

Mitarbeit: K. Metag

 

http://www.bz-berlin.de/berlin/das-posten-berliner-und-brandenburger-im-asozialen-hetz-werk

 

Das soziale Netzwerk Facebook geht regelmäßig gegen Nazi-Inhalte vor, sperrt hetzende Nutzer. Deswegen melden sich immer mehr Rechtsradikale beim russischen Netzwerk VK an.

 

Krude Rassen-Theorien verbreiten, Hakenkreuze posten, gegen Juden hetzen, den Holocaust leugnen. Das soziale Netzwerk Facebook löscht inzwischen regelmäßig Nazi-Inhalte, sperrt hetzende Nutzer. Deswegen melden sich immer mehr Rechtsradikale beim russischen Netzwerk VK an, wo sie ungehemmt hetzen können.

 

Das asoziale Hetz-Werk: Schon mehr als 250 Millionen Benutzer sind angemeldet, darunter viele Berliner und Brandenburger. Polizeibekannte Neonazis, Pegida-Anhänger und Verschwörungstheoretiker.

 

► Beispiel Kai S. (47) aus Hellersdorf: Profilbild zeigt Hitler-Bücher und ein T-Shirt mit der Aufschrift „Nationalsozialist“. Der Judenhasser hetzt, Facebook sei „Jewbook“, behauptet: „Überwacht wird man überall.“

 

► Bärgida-Anhängerin Luisa D. (35) ruft zu Gewalt auf: „Ich kann dieses Flüchtlingsgejammer nicht mehr lesen. Verdammt noch mal. Nehmt euch Baseballschläger, organisiert euch in Gruppen und prügelt die Tiere von der Straße.“

 

► Pogida-Anhänger Christoph K. hetzt: „Es wird immer unerträglicher in diesem Konzentrationslager BRD.“ Sein Profilbild zeigt Angela Merkel mit Schweineohren.

 

► Ralf B. aus Berlin schmückt sich mit der Flagge des „Deutschen Widerstandes“.

 

► Ein Fake-Plakat zeigt Grünen-Politiker Cem Özdemir (50) mit seiner angeblichen Forderung: „Wir wollen, dass Deutschland islamisch wird.“ Bärgida-Unterstützerin Rosa S. kommentiert: „Ich will, dass sie die Sau hängen!“

 

Der Verfassungsschutz ist alarmiert, beobachtet das Nazi-Netzwerk schon länger.

 

Auch der Berliner Polizei ist die Seite bekannt. „Wenn strafbare Inhalte erkannt werden, wird auch ermittelt“, sagt eine Sprecherin.

 

Allerdings seien den Behörden oft die Hände gebunden, da Rechtsextremisten den Schutz der Anonymität ausländischer Provider nutzen, erklärt Brandenburgs Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD). „In solchen Fällen ist es nicht möglich, die Verbreitung der Inhalte zu stoppen.“

 

Auch weil die Betreiber deutschen Strafverfolgungsbehörden gegenüber meist nicht kooperativ sind. So offenbar auch VK-Eigentümer Alischer Usmanow (62). Der russische Oligarch und Multimilliardär (besitzt Teile des britischen Fußballklubs FC Arsenal, eine Gazprom-Tochter sowie einen Verlag) gilt als guter Freund Wladimir Putins.