Schnucki-Putzi oder die schaurige Moritat von der Hausfrau

 

 

Sie war sein Schnucki-Putzi, Schatzi-Mausi, Hasilein,

war sein Zuckerschnütchen, Herzblatt und sein Mausilein.

 

Hat sich abgestrampelt, abgemüht, getan, gemacht.

Hat geputzt, gewaschen, gekocht, die Beine breit gemacht.

Hat gebügelt, poliert, gewachst, gewienert und gewischt.

Ihrem Herzi-Putzi vor der Glotze aufgetischt.

 

Hat ihm jeden Tag die Zahncreme auf die Bürste gedrückt.

Ihrem Schnuckiputzi den Kragen adrett zurecht gerückt.

Seine Koffer gepackt, seine Bremsspuren aus dem Klo geputzt.

Hat ihm Brote geschmiert, seine Nägel sauber zurecht gestutzt.

 

Dafür nannte er sie Schatzi-Putzi, Zuckermund.

Und er tätschelte sie dabei wie einen braven Hund.

 

Dieses Hundeleben hat sie nicht lang ausgehalten.

Sie hat manches versucht, gab sich sündig-verrucht,

es blieb alles beim Alten.

 

Da gab Schnucki-Putzi, Zuckerschnute, Herzilein

in sein Bierchen eine Prise Zyankali hinein.

In die Henkersmahlzeit hat sie ihm Arsen gemischt,

und sein Lieblingsmahl vorm Begräbnis üppig aufgetischt.

 

 

(Und die Moral von der Geschicht –

Mann, traue Deinem Hündchen nicht.)